| MDH Aktuell

Einschätzung über die Entwicklung Terrassendielen-Markt 2026/2027 (für Deutschland)

Im Folgenden möchten wir Ihnen eine Markteinschätzung zum Terrassendielen-Sortiment für die kommenden Monate als Orientierungshilfe geben.

 

Zunächst ein paar Zahlen:
Volumen qm-Absatz Terrassendielenmarkt gesamt in Deutschland im Rück- und Ausblick

Jahr 2025: 13,5 Mio. qm
Jahr 2026: 13,8 Mio. qm
Jahr 2027: + 2,9 % (Prognose)
Jahr 2028: + 3,7 % = 14,7 Mio. qm (Prognose)

Zum Vergleich das Allzeithoch „Corona-Jahr 2021“: ca. 19 Mio. qm
Gründe für eine „positivere“ Stimmung:
Auch wenn die „Corona“-Jahre nicht als Benchmark für kommende Umsatzerwartungen oder -steigerungen zu Grunde gelegt werden sollten, so kann trotz allem mit einer leichten Verbesserung kalkuliert werden. Ein Grund hierfür ist, dass Experten des ifo-Instituts nach einem Tiefpunkt und Rückgang in den Jahren 2025/2026, ab 2027 mit einem leichten Anstieg der Wohnungsfertigstellungen rechnen. Dies hilft in der Regel auch zur Verbesserung der Auftragslage bei Outdoor-Produkten wie den Terrassendielen. Allerdings sollte auch Erwähnung finden, dass Unwägbarkeiten wie extreme Hitze zum einen oder lange starke Regenperioden zum anderen (besonders in saisonstarken Monaten) sowie eine sich ständig ändernde geopolitische Lage die Planbarkeit erschweren.

Weitere Fakten für den Gesamtmarkt Terrassendielen in Deutschland

Verteilung der Materialien für Terrassen-Beläge am Markt
•    Terrassendielen aller Art: 60 % Marktanteil (inkl. thermisch behandelter Hölzer ca. 10%)
•    Beton-/Pflaster: 25 % Marktanteil
•    Keramische Fliesen: 15 % Marktanteil
Hauptaspekte für eine Kaufentscheidung:

•    Preis (Gesamt-Projekt)
•    Optik
•    Technische Aspekte

Terrassendielen näher betrachtet:
•    NFC (WPC/BPC) führend mit einem Marktanteil von 35 % (jede 3. verkaufte Terrassendielen-Fläche in Deutschland ist „WPC“)
Co-extrudierte Produkte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gründe für diese Produkte: weniger empfindlich gegenüber Schmutz, Fetten und Abnutzung, geringe Aufnahme von Feuchtigkeit, geringere Farbveränderungen durch Witterungseinflüsse. Da diese Produkte durch eine authentischere Anmutung der Holzmaserungen und flexiblerer Farbgestaltung überzeugen, wird die Tendenz verstärkt eher von einer Terrassendielen-Holzart zu wechseln.

•    „Heimische Hölzer“, Douglasie, Gebirgslärchen, europäische Lärche, sowie Kiefer/Fichte KDI. Die genannten Holzarten weisen stagnierende Verkaufszahlen auf. Das Volumen der vormals sehr dominanten Sibirischen Lärche wird auch durch Substitutionen aus weiteren Regionen (z.B. kanadische Lärche, Dahurische Lärche) nicht annähernd aufgefangen. Zu registrieren ist eine Nachfrage-Verschiebung zu modifizierten Hölzern.

Trends in Oberflächen und Farbe bei NFC (WPC/BPC):
•    Helle Holztöne (cremefarben) gewinnen wieder an Bedeutung
•    NFC (WPC/BPC) in hellen Eiche-Tönen laufen den monotonen Grautönen mehr und mehr den Rang ab.

Aktuelle und künftige Chancen für den Holzfachhandel 
•    Profil schärfen und Stärken vereinen - Holzfachhändler, hier speziell MDH-Partner, sind durch ihr fokussiertes Sortimentsportfolio mit fachhandelsgerechten Produkten, einem anwendergerechten Zubehörprogramm sowie dem richtigen Dienstleistungspaket trotz der zahlen- und flächenmäßig größeren Wettbewerber der passende Partner für Konsumenten. Voraussetzung ist, dass man die genannten Komponenten, Produkte, Fachberatung, kompetente Ausstellung und qualitativ gut umgesetzte Dienstleistung, vereint und offensiv kommuniziert.

•    Chancen bei tragenden Konstruktionen - Durch die Integration neuer oder bislang unterrepräsentierter Holzarten ergibt sich ein erweiterter Angebots- und Handlungsspielraum bei Gewerken für tragende Konstruktionen. Für tragende Terrassen- und Balkenkonstruktionen galt bisher ein enger Rahmen von nur 10 Holzarten oder man benötigte eine bauaufsichtliche Zulassung, was aufwendig war. Mit der Novelle der MVV-TB (Muster-Verwaltungsvorschrift – technische Baubestimmung) erweitert sich der Kreis der Holzarten um viele im Fachhandel etablierte Hölzer (Bangkirai, Ipé, Cumaru, Bongossi).

•    Weiterer Ausbau der Service-Leistungen - Ein auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmtes Service-Paket unter Einbindung von innovativen Verlegesystemen können ein Differenzierungsmerkmal zum Baustoffhandel und Baumarkt darstellen. Ein stimmiges Gesamtpaket aus Ware/Produkt und Dienstleistung - hochwertig und zuverlässig umgesetzt -unterstützt den Ausbau der Marktanteile.

•    Unterstützung wahrnehmen - Für noch nicht so versierte Holzhändler besteht oftmals die Option, den jeweiligen Vorlieferanten in Planungsphasen (z.B: Nutzung bereitgestellter digitaler Konfiguratoren oder Planungsangebote) mit einzubeziehen. Den Händlern die sich größeren Projekten (z.B. Hotelanlagen o.ä.) noch nicht „gewachsen fühlen“ stehen Vorlieferanten mehr und mehr mit Rat und Tat beiseite.

•    Fort- und Weiterbildung der Verkäufer und Monteure. Wissensfibeln wie die GD Holz Broschüre „Terrassen- und Balkonbeläge, 6. Auflage“ sollte dem Verkäufer vorliegen und es sollte ihm die Möglichkeit eingeräumt werden, diese auch zu studieren. Ferner empfiehlt es sich wiederkehrende Schulungen der Mitarbeiter fest einzuplanen, realisiert durch Angebote der Vorlieferanten und/oder durch das im 2-jährigen Rhythmus stattfindende GD-Holz Terrassen-Seminar (nächste Veranstaltung voraussichtlich Hamburg-02/2028).

Fazit: Serviceangebote zur Planung, Verlegung und Pflege aus einer Hand werden bedeutsamer. Beratung wird noch mehr zum Wettbewerbsfaktor. Kompetente Ausstellung, qualifizierte Beratung und Montage werden zum Unterscheidungsmerkmal im mittleren und höheren Preissegment. Warum? Da die steigende Vielfalt der Terrassendielen „aller Art“ weiter zunimmt (z. B. noch mehr Holzarten, modifizierte Hölzer, künftige technologische Entwicklungen wie z.B. Scrimber-/Quetschholz) ist der Holzfachhändler prädestiniert dafür, in diesem „Angebotsdschungel“ die Orientierung für Interessenten zu geben.

Empfehlung einer künftigen mittelfristigen Sortiments-Strategie
•    Sortiment/Lieferanten auf den Prüfstand stellen. Besser ein schlankes und schlagkräftiges Sortiment mit „sattelfesten“ Verkäufern/Monteuren als ein überbordendes Sortiment bei dem die Mitarbeiter nicht vollends im Thema sind.

•    Lager oder nicht? NFC/WPC, Hartholz, heimische Hölzer und modifizierte Hölzer sollten im Angebot sein, aber man muss nicht zwangsläufig alles lagernd vorhalten. Lieferanten/Importeure „finden“ sich langsam damit ab, den lagerführenden Speditions-Dienstleister „zu spielen“. Auch, dass keine großen Frühbezugseinkäufe realisiert werden können, ist keine überraschende Entwicklung für Ihren Vorlieferanten.

In welchen Dimensionen ist eine Lagerhaltung von Produkten sinnvoll? Eine pauschale Antwort gibt es so nicht, da etliche Faktoren (z.B. Montageanteile, voraussichtliche Umschlagshäufigkeit, Lagergegebenheiten vor Ort, Kundenstruktur) berücksichtig werden sollten. 

•    Beachten der Sortiments-Struktur. Einstieg – Mittelpreis – Oberklasse. Ein Preisleiter-Angebot ist das „Must-have“ des Holz-Fachhändlers, um dem Budget und Ansprüchen des Kunden gerecht zu werden. Zudem sollte man dem Fachverkäufer die Chanc einräumen, durch eine gut durchdachte Preisleiter hochwertiger und fachhandelsgerechter zu verkaufen.
Es hilft dem Kunden das passende Produkt zu finden, die Marge für das Unternehmen ist lukrativer und es motiviert die Verkäufer.

Oliver Wiesen
Einkauf + Vermarktung

Gartensortimente
E-Commerce + Online-Shops

Fax 09191 - 97 49-44