+++ Pressemitteilung: Umfrage Branchentag Holz 2017

Fragestellung holzforum:

Das Thema Digitalisierung wird noch lange die Agenda bestimmen. Wie gut ist der Holzhandel hier aufgestellt? Sehen Sie den stationären Handel durch die Digitalisierung bedroht?

Christian Hahn, Ansprechpartner Prozesse & Systeme des Marketingverbunds für deutsche Holzfachhändler GmbH (MDH):

Der klassische Holzhändler reagiert auf Veränderungen und Neuerungen oftmals zurückhaltend. Noch vor 10 Jahren wurde beispielsweise die Bereitstellung elektronischer Artikelstammdaten durch die MDH-Zentrale von dem einen oder anderen Holzhändler belächelt. Heute ist für viele der Import dieser Daten in das eigene System selbstverständlich geworden und mit hohem Nutzen verbunden.

Inzwischen wird auf die in unserem zentralen PIM gehaltenen Daten von fast 100 MDH-Partnern regelmäßig zugegriffen. Nicht nur Warenwirtschaftssysteme, sondern weitere sechs verschiedene Systemgattungen von Onlineshops bis zu POS-Systemen, bedienen sich dieser Daten. Allein dieses Beispiel zeigt, dass die Digitalisierung in den täglichen Abläufen der Holzhändler längst angekommen ist.

Daneben werden von der MDH-Zentrale derzeit Lösungen zu elektronischen Bestellungen, Auftragsbestätigungen und Rechnungen für die MDH-Partner bereitgestellt.

Aber die Digitalisierung ist kein vorübergehendes Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist. Vielmehr ist es eine laufende Entwicklung, die zukünftig Möglichkeiten bringen wird, die heute noch nicht absehbar sind.

Durch die Digitalisierung lassen sich Abläufe und Prozesse effizienter gestalten. Noch wichtiger ist allerdings der Aspekt, dass durch die Verfügbarkeit der Informationen die Kaufentscheidung des Kunden vor Ort und im Web, positiv beeinflusst oder beschleunigt werden kann. Darüber hinaus können mit Hilfe der Digitalisierung und der Nutzung der entsprechenden Medien Kunden begeistert und somit emotional gebunden werden.

So können wir, die MDH-Zentrale, anlässlich der Partnertage Ende November einige Neuerungen im Bereich des Vertriebs und des Verkaufsgesprächs präsentieren, an die vor zwei Jahren noch niemand gedacht hat.

Diejenigen Betriebe, die diese neuen Möglichkeiten effizient für sich nutzen, werden zukünftig entscheidende Vorteile haben.

Wir als Kooperationszentrale unterstützen unsere Anschlussbetriebe unter anderem dabei, die Chancen, die die Digitalisierung bietet zu erkennen sowie konkrete nutzbringende Lösung dazu bereitzustellen.

 

Fragestellung holzforum:

Gerade der Baustoffhandel wird als starker Wettbewerber wahrgenommen.
Wie kann sich der Holzhandel behaupten?

 

Roland Wiesenmüller, Geschäftsführer des Marketingverbunds für deutsche Holzfachhändler GmbH (MDH):

“Im Wesentlichen durch zwei Punkte:

Erstens: Indem wir unser holzhandelsspezifisches Stärkenpotenzial voll ausschöpfen und weiterentwickeln. Hier ist der Holzfachhandel in einigen wichtigen Punkten strukturell im Vorteil. Wir müssen aber diese Punkte „auf die Straße bringen“ und dynamisch ausbauen, denn der Wettbewerb (in diesem Fall der Baustoffhandel schläft sicher nicht und rüstet weiter auf).

Einige wichtige Felder sind hier die holzfachliche Kompetenz der Mitarbeiter, vor allem der Vertriebsmitarbeiter, umfängliche auf die Zielgruppen zugeschnittene Dienstleistungen in hoher Qualität, eine aktive, Kunden- und Nutzen-orientierte Vertriebsarbeit sowie profunde Kenntnis des Beschaffungsmarktes.

Spezialisierung hilft hierbei. Denn in der Regel ist es zumindest für die mittelgroßen und kleineren Holzfachhändler deutlich besser, sich auf eine oder wenige Zielgruppen und/oder Sortimentssparten zu konzentrieren und in diesem Bereich ein leistungsfähiger „Spezialist“ zu sein. Wer die ganze Sortimentsbreite führt, aber immer nur die Note 3 erzielt, wird kaum die richtig interessanten Aufträge „an Land ziehen können“.

Zweitens ist es wichtig, bei den Punkten, die für die gewählte Zielgruppe wesentlich sind und bei denen der Baustoffhandel strukturell die bessere Ausgangssituation hat, nachzurüsten. Beispiele hierfür sind baustoffhandelsnahe Sortimente wie Trockenbau, Dämmung, Dacheindeckung, sofern sie für die jeweiligen Zielgruppen relevant sind.

Weitere wichtige Punkte in diesem Bereich, sind die Intensivierung des Marketings vor allem im Internet, kluge Konzepte beim Pricing und eine offensive und aktive Einkaufs- und Vertriebsstrategie.

 

Fragestellung holzforum:

Welche Rolle ordnen Sie Handels- bzw. Eigenmarken zu?

Roland Wiesenmüller:

„Eigenmarken sind neben Herstellermarken ein wichtiges vertriebliches und einkaufsseitiges Instrument. Mit Eigenmarken und Herstellermarken lässt sich die Qualitäts- und Preisabstufung innerhalb der Produktgruppen runder und glaubwürdiger gestalten.

Es gibt mit Recht verschiedene Qualitätsstufen und Preislagen - beim MDH unterscheiden wir beispielsweise in den Bodensortimenten alleine sechs. Mit Eigenmarken und Herstellermarken in Kombination lassen sich vom Fachhandel zumindest fünf davon nachhaltig und attraktiv für die Kunden abdecken.

Daneben bieten seriöse Eigenmarken viele Optionen zur aktiven und nachhaltigen Marktbearbeitung und zur überregionalen Vermarktung und das sowohl im Großhandels-, als auch im Einzelhandelsgeschäft.  Weitere wesentliche Punkte sind sicher noch die große Chance zur Differenzierung und die mit Eigenmarken verbundenen Freiheitsgrade.

Letztlich dienen Eigenmarken, wohlgemerkt im Verbund mit Herstellermarken, sowohl dem Fachhandel als auch den Herstellern zur Sicherung von Margen, Marktanteilen und Kapazitätsauslastung. Diese Punkte sind mittelfristig auch für die Kunden wichtig, denn nur vernünftige Margen und Auslastungen auf Handels- und Herstellerseite schafften auch in Zukunft Vielfalt beim Angebot und in der Handelslandschaft.“


Fragestellung holzforum:

Tut der Holzhandel genügend für die werkstattlosen Handwerker?

Roland Wiesenmüller:

„Hier werden ganz klar Chancen verschenkt, und das schon seit vielen Jahren. Denn seit der Liberalisierung der Handwerksordnung im Jahre 2004 ist der Umsatz dieser Kundengruppe in vielen holzhandelsrelevanten Produktgruppen stark gestiegen. Eine aktivere und durchdachtere vertriebliche Bearbeitung dieser Zielgruppe würde einiges von dem Margendruck nehmen, der trotz guter Konjunktur immer noch auf großen Teilen des Holzfachhandels lastet. Der werkstattlose Handwerker oder mobile Generalist ist als Gesamtzielgruppe durchaus bekannt und umrissen. Die einzelnen Firmen dieser Zielgruppe in den Vertriebsgebieten der Holzfachhändler sind allerdings kaum als solche erfasst. Für viele Unternehmen des Holzhandels ist es interessant, diese konsequent zu ermitteln, den vertrieblichen Austausch mit ihnen aufzubauen, um sich dann mit entsprechend auf sie zugeschnittenen Angeboten und (Dienst-)Leistungen um sie zu bemühen.“

 

Fragestellung holzforum:

Welche Relevanz rechnen Sie dem Thema 3-D-Druck zu?

Andreas Ludwig, Prokurist und Bereichsleiter Marketing des Marketingverbunds für deutsche Holzfachhändler GmbH (MDH):

„Die Kosten für die Anschaffung von 3-D-Druckern und die Herstellung von Produkten sind noch sehr hoch. Damit ist das Thema 3-D-Druck aus wirtschaftlicher Sicht nur für Sonderanfertigungen interessant. Da der Markt jetzt erst in Bewegung kommt, könnte die Zukunft jedoch anders aussehen. Verknüpft mit dem Online-Handel, könnte dies interessante Dienstleistungen hervorrufen. So würde ein Produkt zum einmaligen Druck „heruntergeladen“ und mit dem Drucker privat oder bei lokalen Spezialisten hergestellt werden.

 

Fragestellung holzforum:

Was erwarten Sie sich in diesem Jahr vom Branchentag?

Roland Wiesenmüller:

„Ich erwarte mir vor allem Impulse zu allem was dazu beiträgt, bei unseren Anschlusshäusern nachhaltig den Umsatz und die Marge zu erhöhen sowie die Kosten zu senken oder degressiv zu gestalten.

Persönlich freue ich mich auf die Begegnung mit vielen Geschäftsfreunden aus dem Kreise unserer Anschlusshäuser, Lieferanten und weiteren Partnern.“

Wir bitten darum, dass auf die Kooperation mit dem MDH Marketingverbund für Deutsche Holzfachhändler GmbH im Pressetext oder im Anschluss an den Pressetext hingewiesen wird. Dazu folgende Firmeninformationen:


Firmeninformationen

Der MDH Marketingverbund für Deutsche Holzfachhändler GmbH ist eine Tochtergesellschaft der NBB Dienstleistungssysteme AG mit Sitz in Rodenberg und betreibt das Fachmarkt-Konzept „holzSpezi“ als Franchise-Geber sowie ein Kooperationsmodel ohne Markennutzung mit mehr als 200 Partnerbetrieben in Deutschland, Luxemburg, Belgien, Liechtenstein und der Schweiz.

Die NBB Dienstleistungssysteme AG wurde 1982 gegründet und ist heute mit über 700 Mitgliedsunternehmen in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Belgien, Liechtenstein und der Schweiz tätig.

Mit sieben expansiven Franchisesystemen und Kooperationsmodellen für Fachmärkte sowie Fachhandels-Outlets mit den Marken holzSpezi, AngelSpezi, bauSpezi, Kiebitz und egesa garten, ist die NBB-Gruppe einer der führenden Multi-Franchise-Geber auf dem deutschen Markt. Die NBB-Gruppe beschäftigt über 70 Mitarbeiter. Der Vorstand setzt sich aus Tony Arthur Farkas, Heinz Dingfelder, Ulf  Schütz und Thomas Herzner zusammen.