Interview zum Branchentag Holz mit dem MDH-Geschäftsführer, Roland Wiesenmüller
Roland Wiesenmüller, Geschäftsführer MDH GmbH
Frage:
Überall wird der demographische Wandel thematisiert, der selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Kundenstruktur im Holzhandel hat. Welche Hilfestellung geben Sie Ihren Kooperationsmitgliedern, um sich darauf einzustellen?
Antwort:
Der demografische Wandel
mit der bekannten Entwicklung der Alterspyramide hat zwei wesentliche
Auswirkungen die für den Holzhandel bedeutsam sind. Zum einen ist die Anzahl
der Altersstufen bei denen der Holzhandel in der Regel die höchsten
Abschöpfungsraten erzielen kann gewachsen und wächst vorerst noch weiter.
Zum anderen wird die Anzahl der Kunden in den unteren Altersstufen geringer.
Der Wettbewerb um diese hat sich und wird sich weiter verschärfen, was man
heute schon an der Neubauthematik ablesen kann. Die ersten dieser Kunden werden
vielfach in 10 bis 15 Jahren in die erste der für uns so wichtigen
Modernisierungsphasen kommen und dies macht sie für zukunftsorientierte
Unternehmen umso wichtiger.
Wir
als MDH-Zentrale unterstützen unsere Anschlusshäuser dabei, für die
demografischen Zielgruppen (wie übrigens für viele andere Zielgruppen auch) die
richtigen Leistungen (hinsichtlich Art, Umfang und Qualität der
Leistungserbringung) zu entwickeln und die effizienteste Zielgruppenansprache
umzusetzen.
Bei letzterer arbeiten wir vor allem daran, die für die jeweilige Zielgruppe
relevanten Differenzierungsmerkmale deutlich und attraktiv herauszustellen
sowie Formen der Kundenansprache zu wählen, die eine besonders hohe Akzeptanz
in der jeweiligen Zielgruppe finden. Dies bedeutet beispielsweise die Ansprache
der jüngeren Altersschichten durch die konsequente Einbindung neuer Medien.
Hierzu setzt unsere Marketingabteilung laufend Maßnahmen für unsere Händler um.
Frage:
Immer weniger junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rücken in den Unternehmen nach. Deshalb ist in absehbarer Zeit mit einem Fachkräftemangel zu rechnen. Welche Aktivitäten entwickeln Sie zur Unterstützung ihrer Mitgliedsbetriebe?
Antwort:
Wichtig ist für uns die
Feststellung, dass es attraktive Unternehmen immer leichter haben werden gute
Mitarbeiter zu finden als weniger attraktive Unternehmen. Deshalb verstehen wir
es als eine unserer Hauptaufgaben, dazu beizutragen die Attraktivität der
Anschlusshäuser weiter und stetig auszubauen. Unternehmen können auf Dauer
jedoch nur attraktiv sein, wenn sie auch Erträge für die in Zukunft wichtigen
Investitionen erwirtschaften und darüber hinaus eine marktgerechte Verzinsung
des eingesetzten Kapitals erzielen. Ist dies nicht der Fall, entstehen dem
Unternehmen spätestens beim Generationswechsel Probleme in der Nachfolge.
Es dürfen bei dieser Aufgabenstellung natürlich keinesfalls die weichen
Faktoren vergessen werden. Hier sind vor allem offene, berechenbare und gute
Betriebsklimata, Unternehmenskulturen und Führungsmethoden zu nennen. Der MDH
unterstützt deren Entwicklung durch entsprechende Workshops,
Teambildungstrainings, Schulungen und im täglichen Erfahrungsaustausch,
beispielsweise durch eine ehrliche aber wohlgemeinte Rückmeldung unser vor Ort
tätigen Fachberater.
Wie bei Ihrer ersten Frage geht es hier aber auch darum, die Attraktivität eines Unternehmens nach außen darzustellen. Hierfür wird wiederum unsere Marketingabteilung für unsere Anschlusshäuser tätig.
Frage:
An dem Thema Social Media kommt kaum noch jemand vorbei. Welche Bedeutung haben Facebook, Xing und Co für den Holzfachhandel?
Antwort:
Social Media spielt in anderen Branchen bereits eine tragende Rolle. Xing hat sich als Recruiting-Plattform etabliert und stellt somit eine der größten Potenziale auch für den Holzhandel dar. Gerade im Hinblick auf fehlende Fachkräfte kann eine gute Pflege und Mitarbeit in Xing, Monster und Co. Erfolge für unsere Branche bringen, die Bekanntheit steigern und neue Mitarbeiter für die Unternehmen begeistern.
Dabei spielt Facebook in der Welt von Social Media die größte Rolle. Durch den Hype und die mediale Präsenz von Facebook streben auch viele Holzhändler in diese Richtung. Oftmals wird der Aufwand einer guten Facebook-Seite jedoch unterschätzt. "Fans" erwarten Neuheiten und - wie in der "Offline-Welt" auch - Angebote, Mehrwerte oder Mitmacheffekte. Zu beachten ist außerdem, dass Facebook-Nutzer durchschnittlich lediglich fünf Fan-Seiten anklicken. Aus diesen Gründen kann und wird Facebook auch im Holzfachhandel an Bedeutung gewinnen. Momentan findet man eher das Konzept „ich mache Facebook“, was abschreckt und sich zum Teil negativ auswirken kann.
Unterstützung erhalten MDH-Partner in der MDH-Internetberatung. Durch die Komplexität im Bereich neue Medien wird unsere Beratungsleistung bereits von knapp der Hälfte der MDH-Partner genutzt. Neben den wichtigen Punkten wie Website, Suchmaschinen-Optimierung und regionale Lokalisierbarkeit, hat sich der MDH auch im Bereich Social Media spezialisiert. Unsere Leistungen beinhalten zudem eine exklusive MDH-3x3-Analyse, die jedem Holzfachhändler in einfachen Schulnoten zeigt, wo er mit seiner Internetpräsenz steht. An den Ergebnissen sind die sinnvollen Maßnahmen ablesbar und wie diese zu priorisieren sind.
Sie sehen also: wir sind bereits mitten drin in den sozialen Netzwerken, wobei die Entwicklung dieser auch weiterhin dynamisch voranschreiten wird. In einem Geschäft wie dem Holzhandel dass sehr persönlich ist und stark von Kontakten und Empfehlungen abhängig ist, sind unserer Meinung nach soziale Netzwerke eine großartige Chance. Zudem sind in sozialen Netzwerken Werte wie Ehrlichkeit und Authentizität von größter Bedeutung. Also Werte die im Holzhandel grundsätzlich tief verankert sind.
