Interview
Zurück zur ÜbersichtFlexibilität ist ein Muss
(Interview)
Der Kern der Betreuungsphilosophie des MDH Marketingverbund für Deutsche Holzfachhändler ist und bleibt der regelmäßige persönliche Kontakt der eigenen Fachleute mit den MDH-Partnern vor Ort.
HOLZFORUM:
Bereits 1985 entstand das Holzhandelskonzept
Holzspezi, der MDH wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Kann man
heute noch nachvollziehen, was zu dieser späten Gründung führte?
MDH:
Von den Anfangsjahren der NBB bis Mitte der neunziger
Jahre wurden alle Dienstleis- tungen für die verschiedenen NBB-Konzepte bauSpezi, gartenSpezi, holzSpezi und AngelSpezi von einer
NBB-Gesellschaft, nämlich der NBB Dienstleistungs GmbH in Rodenberg
erbracht.
Frühzeitig erkannte NBB aber, dass für eine erfolgreiche
Entwicklung der Konzepte eine branchenabhängige Bearbeitung der
jeweiligen Märkte notwendig wurde. Der erste Schritt dazu war, die
einzelnen Konzepte bereits frühzeitig als eigenständige NBB-Abteilungen
zu entwickeln.
Nach der Marktreife der einzelnen NBB-Konzepte wurden
aus den Abteilungen unabhängige Firmen bzw. Kooperationszentralen
gegründet. Das war aus heutiger Sicht der Grundstein für den Erfolg vom
MDH.
HOLZFORUM:
Wie unterscheidet sich das Franchisesystem holzSpezi von der „normalen“ Mitgliedschaft im MDH, welche Vorteile
bietet das Franchisesystem?
MDH:
Das holzSpezi-Franchisesystem zeichnet sich gegenüber
dem MDH-Kooperationskonzept dadurch aus, dass die Leistungen
schwerpunktmäßig in der Neuausrichtung bestehender Betriebe oder in
Existenzgründungen liegen.
Die fachliche Betreuung der
holzSpezi-Partner ist sehr intensiv in den Bereichen
Betriebswirtschaft, Potential- und Strukturanalysen,
Schwachstellenanalysen,
Erfolgskontrollen, Marketingkonzeption.
Dabei werden diese Leistungen von eigenen MDH-Fachspezialisten
erbracht. Die Vorteile für den holzSpezi-Partner sind:
- einheitliches Unternehmenskonzept
- regionale Markenbildung mit Alleinstellungsmerkmal
- regelmäßiges Controlling (Sortimente, Spannen, Lieferanten, etc.)
stetige Weiterentwicklung des holzSpezi-Konzeptes
HOLZFORUM:
Für eine Kooperation Ihrer Größe nimmt sich die
Zentrale in Erfurt ja sehr bescheiden aus. Ihr erklärtes Ziel ist es,
den Verwaltungsapparat möglichst schlank zu halten. Leidet unter dieser
gewollten Personalknappheit nicht letztlich auch die Betreuung der
Mitglieder?
MDH:
Nein, auf keinen Fall. Entscheidend für den Erfolg
einer Kooperationszentrale sind nicht die Größe oder die
Mitarbeiteranzahl, die sich sehr schnell auch zu einem "Wasserkopf"
entwickeln kann. Wir haben vielmehr Wert auf eine schlanke und flexible
Organisation, die Motivation unserer Mitarbeiter und die angebotenen
Leistungen gelegt.
Des Weiteren werden verschiedene interne
Funktionsbereiche wie Buchhaltung und Planung durch unsere
Muttergesellschaft NBB AG erbracht. So können sich die
MDH-Mitarbeiter voll auf die MDH-Partner konzentrieren.
Dabei stehen
der Servicegedanke und die Betreuung der MDH-Partner an oberster
Stelle. Der Erfolg der letzten Jahre hat uns gezeigt, dass wir damit
die Erwartungshaltung unserer Partner mehr als erfüllt haben.
HOLZFORUM:
Individualität erhalten scheint bei allen Ihren
Dienstleistungsangeboten für den Holzhandel an erster Stelle zu stehen.
Bedeutet das nicht einen sehr großen zeitlichen und personellen Aufwand
bei der Betreuung?
MDH:
Ja, der Aufwand ist groß. Aber
der Holzhandel ist nun mal sehr individuell. Dem muss man sich als
Kooperationszentrale stellen. Auf der anderen Seite sind wir immer
bestrebt, unsere Prozesskosten niedrig zu halten.
Der Kern unserer Betreuungsphilosophie ist und bleibt der regelmäßige persönliche Kontakt unserer Fachleute mit den MDH-Partnern vor Ort. Die wertvollen Erfahrung und Ergebnisse aus diesen Kontakten werden analysiert und anonymisiert oder offen an interessierte MDH-Partner weitergegeben.
Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des MDH standen die Geschäftsführer
Heinz Dingfelder (l.) und Thomas Herzner der Zeitschrift HOLZFORUM zu
einem Gespräch zur Verfügung.
HOLZFORUM:
Seit sieben Jahre besteht die Zusammenarbeit mit der Holzhandelskooperation
HolzLand.
Welche Vorteile ziehen Sie daraus und was bedeutet dieses Miteinander
für HolzLand? Ist der MDH Juniorpartner oder gleichberechtigt?
MDH:
Die
Vorteile für den MDH sind das gemeinsame Einkaufsvolumen mit den
entsprechenden Konditionen. Vor allem für die MDH-Partner, die allein
nicht über ein größeres Einkaufsvolumen verfügen. Seit der
Zusammenarbeit mit HolzLand haben wir auch die Zentralregulierung
eingeführt, die unseren MDH-Partnern entscheidende wirtschaftliche
Vorteile bringt. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt im Einkauf. Dazu haben wir Holzland unser Einkaufsmandat übergeben.
Damit verfügen
wir zusammen über ein beträchtliches Holzhandelsvolumen mit einer
gemeinsamen Absatzstruktur von über 350 gemeinsamen Standorten, was
seitens der Industrie als wertvolles Vertriebsinstrument gesehen wird.
Der MDH ist dabei gleichberechtigt, die regelmäßigen Gespräche der
Kooperationszentralen über eine Ausdehnung der Zusammenarbeit z. B. in
den Bereichen Services und Rahmenverträge werden in bestem Einvernehmen
geführt.
HOLZFORUM:
In Luxemburg konnten sie 2005 ein Mitglied gewinnen
und weitere Mitgliedschaften im deutschsprachigen Ausland sind in
Vorbereitung. Welchen Einfluss wird diese Expansion auf Ihr
Dienstleistungsangebot haben?
MDH:
Mittlerweile
haben wir zwei MDH-Partner in Luxemburg. Vorerst werden wir uns aber
nur auf das deutschsprachige Ausland konzentrieren. Unser
Dienstleistungsangebot haben wir dahingehend aber schon vor langer Zeit
erweitert. So haben wir nicht nur den Luxemburger MDH-Partnern, sondern
allen MDH-Partnern in grenznahen Gebieten fremdsprachige Marketingleistungen wie z. B. MDH-Beilagen, Anzeigen etc. zur Verfügung gestellt.
HOLZFORUM
Marketingaktivitäten sind am wirkungsvollsten, wenn
sie auch die regionalen Belange mit einbeziehen. Das verlangt aber
gleichzeitig eine große Flexibilität ihrer Konzepte oder erfinden Sie
immer wieder das Rad neu?
MDH:
Ja, das stimmt.
Flexibilität ist ein absolutes Muss. Und auch ohne regionalen Bezug
kann Marketing im Holzhandel nicht funktionieren. Deshalb ist neben der
holzfachlichen Vor-Ort-Betreuung auch die Betreuung im Marketing der
zweite wichtige Teil unserer Betreuungsphilosophie. Die Erfahrungen,
die wir mittlerweile gesammelt haben, helfen uns, den Aufwand
überschaubar zu halten.
Unsere Marketingleute nehmen sich einen Tag Zeit, um vor Ort alle Besonderheiten und Gegebenheiten aufzunehmen. Im Gespräch mit dem MDH-Partner wird das Budget ermittelt und die Aktivitäten vereinbart. Der MDH-Partner bekommt ein komplettes Marketingkonzept – meistens gültig für ein Jahr – mit allen Maßnahmen, Terminen und Kosten. Zur Vorbereitung und Umsetzung der Maßnahmen in dieser Zeit nehmen wir dann regelmäßig Kontakt zu dem Partner auf.
HOLZFORUM:
Welche Argumente bringen sie vor, wenn Sie Händler für die Mitgliedschaft in Ihrer Kooperation gewinnen wollen?
MDH:
Unser
Hauptargument ist, dass die Mitgliedschaft im MDH gerade für mittelständische Holzfachhändler nachvollziehbar wirtschaftliche Vorteile
bringt. Dabei stehen aber nicht nur Einkaufskonditionen und Boni im
Blickpunkt, die absolut marktgerecht sind. Viele Holzhändler nutzen
unsere individuelle Beratung über Konditionen, Sortimente, Marketing
etc.
Darüber hinaus wollen sie aber auch am Erfahrungsaustausch mit
„gleichgesinnten“ Holzhändlern teilnehmen. Genau das bieten wir in
unseren Dienstleistungsangebot. Auffallend ist, dass gerade
erfolgreiche Holzhändler daran interessiert sind, ihre Unternehmen noch
zukunfts- und wettbewerbsfähiger zu machen. Dafür hat der MDH sein
Leistungsangebot ausgerichtet und das ist das Hauptargument für viele
Holzhändler, in den MDH einzutreten.
