Baier und Mink - Zwei unter einem Dach
Herr Philippi - Geschäftsführer der Baier + Mink GmbH - präsentiert seine Ausstellung.
Der Eingangsbereich der Baier + Mink GmbH.
Die schöne Stein im Garten-Ausstellung.
Baier und Mink - Zwei unter einem Dach
Johannes Philippi führt in Worms gleich zwei Märkte unter einem Dach, einen Holz- und einen Baustoff-Fachhandel. Qualität und Kundenorientierung und der Ausbau zukunftsgerichteter Sortimente sind für ihn Richtungsanzeiger für den Weg in die Zukunft.
„Hard selling“ ist out, weiß
Johannes Philippi, „soft selling“ dagegen angesagt. Das bedeutet auf die Kunden
eingehen, ihre Bedürfnisse erspüren und versuchen diese durch entsprechende
Sortimente und Dienstleistungen abzudecken. Johannes Philippi ist Inhaber und
Geschäftsführer eines Fachhandels für Holz in Worms und weiß:
„Der Kunde
erwartet gerade von uns eine kompetente Lösung. Wenn wir nicht in der Lage
sind, seine besonderen Wünsche zu erfüllen“, ist er überzeugt, „dann denkt er
sich, da kann ich ja gleich in den Baumarkt gehen.“ Wenn aber die Leistung
stimme, so Philippi weiter, dann seien die Kunden auch bereit, tiefer in die
Tasche zu greifen. Auf was der agile Unternehmer deshalb setzt, sind
Nischenprodukte und Speziallösungen. „Wir sind ein Anlaufpunkt für alle, die
spezielle Produkte und Lösungen jenseits von Schnelldrehern suchen.“ Das gilt
für den Handwerker ebenso wie für den Endverbraucher.
Genau genommen befinden sich
unter dem Dach des Marktes im Kirchgartenweg 1 zwei Märkte, der Baier und Mink
Fachhandel für Holz und der Schuch Baustoff-Fachhandel. Baier und Mink wurde
vor 80 Jahren im Januar 1929 für den Handel mit Baumaterialien, Schnitt- und Bauholz
gegründet. Die Wurzeln der Schuch-Baustoffhandlung reichen noch weiter zurück
bis in das Jahr 1885. Bis 2007 waren beide Häuser unter verschiedenen Dächern
aktiv.
Doch als im Kirschgartenweg das ehemalige Renolitgebäude, eine alte
Produktionshalle für Fertighäuser, frei wurde, ergriff Johannes Philippi die
Chance und führte die beiden Unternehmen zusammen. Doch nach wie vor
signalisieren beide Firmenschilder über dem Eingang die Baustoffkompetenz auf
der einen und die Holzfachmarktkompetenz auf der anderen Seite.
Organisatorisch sind beide Betriebe nach wie vor getrennt, auch wenn Johannes Philippi als Geschäftsführer für beide fungiert. Doch operativ wird effektiv zusammengearbeitet. Inzwischen sind beide Unternehmen auch in Kooperationen organisiert: Baier und Mink ist Mitglied beim MDH (Marketingverbund für deutsche Holzfachhändler), Schuch im NBB.
Worms zählt rund 80.000
Einwohner. Bei einem Einzugsbereich von rund 25 Kilometern addiert sich die
Zahl der potenziellen Kunden auf rund 150.000. Allerdings ringen um diese auch
ein weiterer Holzfachhandel und drei Baumärkte. Beide Häuser führen im Prinzip
die einschlägigen Sortimente wie Wand, Boden, Decke, Schnittholz, Baustoffe
etc. Zwar wird dabei auch der Preiseinstiegsbereich abgedeckt. „Doch grundsätzlich
verkaufen wir kein Produkt“, unterstreicht Philippi, „bei dem wir nicht voll
und ganz von der Funktionalität überzeugt sind.“
Ein Schwerpunkt jedoch, der
gleich im Eingangsbereich des Marktes ins Auge springt, ist die Gestaltung des
Außenbereichs. Kompetent präsentiert finden sich hier zahlreiche, auch
ausgefallene Möglichkeiten der Bodengestaltung mit Pflaster, Naturstein und
anderen Materialien. Auch Lösungen aus Beton mit Natursteinoptik finden sich im
Angebot. Denn Philippi ist der Überzeugung, dass im Baustoffbereich der Trend
weg von relativ ertragsschwachen Grundbaustoffen und hin zu anspruchsvollen
Lösungen geht.
„Unter anderem können wir hier viel vom Garten- und
Landschaftsbau lernen.“ Insgesamt erkennt er drei große Zukunftsthemen: Renovieren,
energetisches Sanieren und Verschönern. Deshalb will er künftig vor allem auf
dekorative Sortimente setzen sowie auf die Weiterentwicklung von Bereichen wie
Gartenmöbel, Grills oder Kaminöfen.
Insgesamt verfügen die
beiden Märkte zusammen über eine Fläche von rund 10.000 m². Davon deckt die
Halle etwa 3.000 m² ab. Diese teilen sich Holzfachhandel (900), Baustoffhandel
(1.200) und Büro sowie Schulungsräume (900). Gerade letztere sind für den
Betrieb der Märkte von zentraler Bedeutung. Denn die regelmäßigen
Infoveranstaltungen für Handwerker, Architekten und nicht zuletzt auch für die
eigenen insgesamt zwölf Mitarbeiter (davon vier im Holzbereich und acht im
Baustoffbereich), werden sehr gut angenommen.
Dabei werden auch durchaus komplexe Themen aufgegriffen wie „Gesünder Wohnen mit Lehm- oder Kalkputzen“, „Mediterrane Bodenbeläge“ oder auch Innendämmung. „Besonders gut angenommen aber wurde das Thema Energiesparen“, so Philippi. „Hier sucht der Kunde, egal welcher Zielgruppe, immer mehr nach ganzheitlichen Lösungen. Deshalb wird die Beratungsleistung immer wichtiger.“ In diesem Jahr will das Unternehmen das Kursangebot weiter ausbauen und auch Endverbraucher ansprechen.
Der Umsatz der beiden Märkte wird zu rund 40 Prozent über die Profis generiert, zu 60 Prozent über die Endverbraucher. Nach einem langanhaltenden zweistelligen Wachstum lag der Umsatz im vergangenen Jahr erstmals unter Vorjahr. Das Jahr 2009 beurteilt Philippi zwar wie die meisten eher verhalten, aber bei weitem nicht so pessimistisch, wie oft kolportiert. Er würde sich von der Politik vor allem eine Beruhigung wünschen. „Was wir vor allem brauchen ist Planungssicherheit.“ Auch eine Stärkung der unteren und mittleren Einkommensschichten steht auf seinem Wunschzettel an die Politik. „Denn diese Käuferschichten“, so Philippi, „sind im Prinzip derzeit für den Fachhandel verloren.“
